Frauen im 15. Jahrhundert - das städtische Leben

Sowohl die wirtschaftliche als auch die soziale Stellung der Frau im Mittelalter war sehr uneinheitlich und vielschichtig und wird häufig unterschätzt.
Frauen aller Schichten waren erwerbstätig, in den meisten Fällen aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. Sie arbeiteten in der Regel in dem Beruf, den sie auch vor ihrer Eheschließung ausgeübt hatten. Schwierig war die soziale Lage lohnabhängiger Frauen, wie zum Beispiel ledige oder verwitwete Frauen, diese waren oft in der Unterschicht repräsentiert.
Tatsächlich konnten Frauen im Mittelalter in vielen verschiedenen Berufen arbeiten. Ob als Näherin, Hausmädchen, Hebamme oder Baderin in einem Badehaus. Die meisten Frauen arbeiteten im Nahrungsmittel- und Luxusgewerbe oder im Textilsektor.
Dennoch war die Frau dem Mann klar untergeordnet, was alle Lebensbereiche wie die soziale, wirtschaftliche sowie rechtliche Position der Frau betraf.
Im Mittelalter wurden Frauen aller Stände im Alter zwischen 12 und 16 Jahren verheiratet. Die Ehefrau war ihrem Gatten Untertan, der Ehemann besaß alleiniges Nutzungsrecht des ehelichen Vermögens. Er hatte zudem das Recht, die Frau zu verstoßen. Die Ehen wurde meist aus politischen Gründen arrangiert und dienten nur der Fortsetzung der Familie. 
In den Städten hatten die Frauen jedoch oft das Privileg über ihr verdientes Geld selbst zu verfügen. Sie gründeten Frauenzünfte und übernahmen auch Führungspositionen wie die Leitung von Badehäusern. Vor allem in der städtischen Krankenversorgung spielten Frauen eine wichtige Rolle. Ob als Krankenschwestern in Spitälern, als Nonnen die Krankenstuben in Klöstern betrieben, als "Seelsorgerinnen", Hebammen oder Baderinnen, ohne sie hätte das Gesundheits- und Fürsorgewesen der Stadt nicht funktioniert.

Prostitution im Mittelalter - Freiburgs Huren

Im Mittelalter gab es vier verschiedenen Formen der Prostitution: Die erste waren die öffentlichen Bordelle und entsprechende lizenzierte Freudenhäuser. Die zweite waren Badehäuser, die zeitgleich zum Waschen und für anrüchige Dinge Raum und Gelegenheit boten und oftmals Aristokraten gehörten, die damit viel Geld verdienten.

Daneben gab es noch kleine Privatbordelle, beispielsweise in Privathäusern. Oftmals konnte dort die Hausherrin als Kupplerin zwei oder drei ihrer Mägde anbieten oder hatte Kontakt zu freien Prostituierten. Diese sind dann auch die vierte Form: Sie arbeiteten nicht in einem festen Etablissement, sondern waren auf eigene Faust unterwegs. Sie wurden auch immer wieder von der Stadtverwaltung vertrieben und manchmal zwangsweise in Bordelle gesteckt.
Die sogenannten Wanderhuren zogen von Stadt zu Stadt und stellten ihre Dienste in verruchten Gassen oder Privatbordellen zur Verfügung. 
Frauen, die im Ruf standen, in ihren eigenen vier Wänden als Prostituierte zu arbeiten, oder sich von Männern aushalten zu lassen, galten als „wandelbares Weib“ und auch sie konnten ins Bordell gebracht werden. Die „wandelbaren Weiber“ wurden einmal im Jahr in einem Zug durch die Straßen geführt, so dass jeder sie sehen konnte. Sie durften keinen Schmuck und keine Kleiderzier (Verziehrung) tragen. Eine Frau die einmal als Prostituierte gearbeitet hatte oder in dem Ruf gestanden hatte, durfte später als Ehefrau auch keine Zier tragen.
Generell mussten Prostituierte sich durch bestimmte Kleidung zu erkennen geben. In Deutschland hieß das, dass sie gelbgrüne Kleidung mit gelben Bändern tragen mussten, in Österreich war die Farbe Rot das Erkennungszeichen der Huren.
Prostituierte waren im Allgemeinen nicht freiwillig als Dirne tätig. Armut, Gewalt oder familiärer Zwang waren in gut 85% aller Fälle Auslöser. Die meisten fingen im Alter von ungefähr 17 an, sich zu vermieten. Frauen in niedrigeren Ständen mussten ein Zubrot verdienen, um zu überleben. Oft passierte es ihnen, dass sie von ihren Dienstherren auf die Straße geschickt wurden. Zudem führten „sexuelles Fehlverhalten“ wie Ehebruch, voreheliche Schwangerschaft und Vergewaltigung zum Ruf als Hure und unfreiwillig in die Prostitution.  Sie selbst verdienten häufig auch nur sehr wenig an ihren Diensten. Den Hauptgewinn machten die Betreiber der Badehäuser und Bordelle, auch Frauen- oder Freudenhäuser genannt, in denen die Dirnen arbeiteten.
Oft wurden die Bordelle auch vom Henker der Stadt geleitet. So auch der Henker von Freiburg, der in der heutigen Konviktstraße wohnte, die damals "Hintere Wolfshöhle" hieß und bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts einen sehr schlechten Ruf hatte. Dort befand sich wahrscheinlich auch das offizielle Bordell von Freiburg.

Die Rolle der Prostituierten in der Gesellschaft

Die Kirche und die Prostitution